Ich mache es kurz, weil du es sowieso wissen willst: Ja, ich habe meinen Partner auf be2 kennengelernt. Nach knapp vier Monaten Premium, elf Nachrichtenwechseln, die irgendwo im Sand verlaufen sind, und drei Kaffees, die nett waren. Der vierte Kaffee war am Rheinfall, es hat geregnet, und Ruedi hat seinen Schirm im Bistro liegen lassen. Ich habe ihn mitgenommen. Den Schirm, meine ich. Ruedi kam eine Woche später von selbst.
Das ist natürlich keine Garantie für dich. Aber es erklärt, warum be2 bei mir mit 9,8 von 10 ganz oben steht. Im Folgenden erzähle ich, wie die Seite funktioniert, was mich überzeugt hat und worauf du beim Abo achten solltest.
Bei be2 geht es um Beziehungen, die bleiben sollen. Das steht so auf der Startseite, und die Seite sagt sogar ziemlich offen, dass man hier wenig Abenteuer für eine Nacht findet. Mir war das sympathisch. Die Profile in meinem Umkreis waren mehrheitlich zwischen Mitte dreissig und Anfang sechzig, viele mit Kindern, viele mit einer Trennung hinter sich, fast alle mit einem ausgefüllten Profiltext. Das macht ein grossen Unterschied, wenn man abends nach der Arbeit noch zehn Profile anschaut.
be2 ist ausserdem die Marke, mit der die Gruppe angefangen hat, in der Schweiz ist sie seit Mitte der 2000er-Jahre aktiv. Man merkt der Seite an, dass hinter ihr viel Erfahrung steckt: Nichts wirkt improvisiert.
Nach der Anmeldung beginnt alles mit der be2-Persönlichkeitsanalyse. Ich habe mir dafür einen Abend mit Tee eingerichtet und war nach etwa einer halben Stunde fertig. Die Fragen drehen sich um deinen Alltag, deine Werte, wie du mit Streit umgehst und was dir in einer Beziehung wichtig ist. Einige Fragen haben mich ehrlich gesagt zum Nachdenken gebracht (über meine Ehe, aber das ist ein anderes Thema).
Das Ergebnis bekommst du kostenlos: eine Auswertung deiner Persönlichkeit, ein Porträt des Menschen, mit dem es klappen könnte, und erste Namen auf deiner Liste. Diese berücksichtigen neben dem Test auch Alter, Region, Einkommen und Aussehen. Bei jedem Vorschlag siehst du Matchingpunkte, eine Art Übereinstimmungswert. Ich habe mir angewöhnt, zuerst die Profile mit hohen Punkten zu lesen, und lag damit selten falsch.
Kostenlos kannst du den Test machen, dein Profil anlegen, Vorschläge ansehen, ein Lächeln oder Kompliment schicken und die sogenannten Flirtfragen nutzen. Das sind drei kleine Eisbrecherfragen, mit denen du ins Gespräch kommst, ohne gleich einen Roman schreiben zu müssen. Ich fand das sehr angenehm für den Anfang.
Als Premium-Mitglied werden die Fotos der anderen sichtbar (sofern du selbst eines hochgeladen hast), schreibst unbegrenzt Nachrichten, kannst Favoriten speichern und per Videoanruf direkt auf der Seite telefonieren. Letzteres hat mir zweimal ein enttäuschendes Treffen erspart und einmal ein sehr schönes eingeleitet. Du musst dafür keine Telefonnummer herausgeben, was ich als Frau sehr schätze.
Eine Kleinigkeit, die mir gefallen hat: Es gibt keine Lesebestätigungen. Niemand sieht, ob du eine Nachricht schon geöffnet hast. Das nimmt viel Druck raus, gerade wenn man nicht jeden Abend Zeit hat.
Die Preise siehst du erst, wenn du angemeldet bist. Bei mir sah die Auswahl ungefähr so aus:
| Abo | Total ab ca. | macht im Monat rund |
|---|---|---|
| ein Vierteljahr | 359.70 Fr. | 120 Franken |
| ein halbes Jahr | 479.40 Fr. | 80 Franken |
| ein ganzes Jahr | 718.80 Fr. | 60 Franken |
Ich habe mich für sechs Monate entschieden und es nicht bereut, weil ich nach drei Monaten gerade erst richtig in Fahrt war. Gelegentlich gibt es Aktionen, es lohnt sich also, nicht am ersten Abend zu kaufen. Ohne Kündigung spätestens vier Wochen vor dem Ende läuft es um dieselbe Dauer weiter. Mein Tipp: Kündigungsdatum sofort notieren, dann kannst du in Ruhe entscheiden, ob du weitermachen willst.
be2 läuft als App auf dem iPhone wie auf Android-Geräten, und genau diese App habe ich am häufigsten benutzt, meistens im Zug zwischen Schaffhausen und Winterthur. Sie ist übersichtlich und lädt schnell. Wer lieber am Computer sitzt, findet die gleichen Funktionen im Browser.
Zur Sicherheit: Nachrichten verschicken darf erst, wer die eigene Mailadresse per Link freigeschaltet hat, Fotos werden automatisch geprüft, und verdächtige Profile kannst du mit einem Klick melden. Fotos im Chat werden erst nach ein paar Nachrichten und mit deinem Einverständnis ausgetauscht, und sie verschwinden einen Tag nach dem Öffnen wieder. Ich hatte in vier Monaten genau einen Kontakt, der mir komisch vorkam, habe ihn gemeldet, und am nächsten Tag war das Profil weg.
Am meisten hat mich die Ruhe auf der Seite beeindruckt. Es gibt kein Wischen im Sekundentakt, keine blinkenden Banner, keine Flut von Nachrichten mit «Hey». Die Menschen schreiben in ganzen Sätzen, stellen Fragen und lesen dein Profil, bevor sie sich melden. Ruedi hat mich in seiner ersten Nachricht gefragt, ob der Randen bei Nebel wirklich so schön ist, wie ich in meinem Profil behauptet hatte. Er war es, aber das wusste er da noch nicht.
Auch die Vorschläge wurden mit der Zeit besser. Am Anfang waren ein paar Männer aus dem Aargau dabei, die für mich zu weit weg wohnten. Nachdem ich den Umkreis angepasst hatte, kamen fast nur noch Leute aus der Ostschweiz und dem Zürcher Weinland.
be2 ist für mich die beste Wahl, wenn du ernsthaft suchst und dir ein bisschen Zeit nehmen magst. Der Test ist gründlich, die Mitglieder sind angenehm, die App funktioniert, und das Preismodell ist klar, wenn man die Verlängerung im Blick behält. Meine Note: 9,8 von 10. Den fehlenden Zehntel ziehe ich nur ab, weil man ohne Premium die Fotos nicht sieht, und das hat meine Neugier am Anfang ziemlich auf die Probe gestellt.
Wenn du über fünfzig bist, lies auch meinen Bericht zu Zusammen.ch, das auf der gleichen Technik aufbaut. Und wer zwischen 40 und 50 ist, findet im Ratgeber ab 40 noch ein paar Gedanken zur Wahl der richtigen Seite.
Ich bin Monika aus Schaffhausen und habe die grossen Partnerbörsen selbst ausprobiert. Mehr über mich