Ich gebe zu, bei C-Date habe ich zuerst gezögert. Ich bin 52, Mutter von zwei erwachsenen Kindern und arbeite auf einer Gemeinde. Aber nach meiner Scheidung hat mir eine Freundin beim dritten Glas Weisswein gestanden, dass sie nach ihrer Trennung ein Jahr lang «nichts Festes, nur schöne Abende» wollte, und dass C-Date genau das war, was sie gebraucht hat. Also habe ich mir die Seite für diesen Bericht ein paar Wochen lang mit einem Testprofil angeschaut.
Mein Eindruck in einem Satz: Wer weiss, was er will, findet hier eine sehr diskrete, gut gemachte Plattform. Meine Note: 9,1 von 10.
C-Date ist die einzige Seite in meiner Rangliste, auf der es ausdrücklich nicht um die grosse Liebe geht. Die Startseite verspricht Dates, Kennenlernen und intime Momente, ohne Zwang und ohne sich festlegen zu müssen. Die Seite ist nur für Erwachsene ab 18 Jahren zugänglich. Betrieben wird sie von Interdate, einer Schwesterfirma der be2-Gruppe, was man an der soliden Technik merkt.
Es gibt keinen Persönlichkeitstest im klassischen Sinn. Stattdessen geht es um deine Vorlieben und Interessen. Das fand ich ehrlich gesagt erfrischend: Niemand fragt dich, wie du mit Konflikten in einer Langzeitbeziehung umgehst, wenn du eigentlich nur einen schönen Abend suchst.
Am besten gefallen hat mir eine kleine Funktion namens «Mein Typ». Du bekommst eine Reihe von Bildern zu sehen und markierst die fünf, die dir spontan am besten gefallen. So zeigt sich, ob dein Geschmack eher klassisch ist oder ob du Lust auf Experimente hast. Das klingt banal, macht aber Spass und hilft beim Einordnen, ohne dass man viel schreiben muss. Ich lag, um das klarzustellen, ziemlich weit auf der klassischen Seite.
Gerade für Menschen in kleineren Orten , ist das wohl der wichtigste Punkt. Bei C-Date musst du deinen richtigen Namen nicht angeben. Deine Fotos kannst du unkenntlich machen, also verwischen oder teilweise abdecken, und Bilder in deiner Galerie bleiben verborgen, bis du jemandem auf Anfrage Zugang gibst. Ich habe mein Testprofil mit einem verschwommenen Bild vom Munot angelegt, und niemand hat sich daran gestört.
Die Startseite sagt dazu selbstbewusst: «Wir prüfen alle Nutzer und Bilder. Ehrenwort!» Dazu kommen eine automatische Erkennung von verdächtigem Verhalten, verschlüsselte Verbindungen und eine Meldefunktion. Geschrieben werden kann erst nach bestätigter E-Mail-Adresse. Ich habe mich in diesen Wochen nie unwohl gefühlt, auch wenn die Nachrichten naturgemäss direkter sind als auf be2.
Die Gespräche auf C-Date sind kürzer und offener. Man kommt schneller zur Sache, aber, und das hat mich überrascht, meistens höflich. Viele Männer haben gefragt, was mir wichtig ist, bevor sie Vorschläge gemacht haben. Ein Herr aus der Region Baden schrieb mir, er suche «Gesellschaft für Konzerte und was danach passiert, ohne Druck». Ich fand das sehr ehrlich.
Meine Freundin, die mich auf die Idee gebracht hat, sagt heute, C-Date habe ihr nach der Trennung geholfen, sich wieder begehrenswert zu fühlen, ohne gleich wieder Pläne für die nächsten zwanzig Jahre machen zu müssen. Ich glaube, für viele Menschen in einer Umbruchphase ist das genau das Richtige.
Aus meinen Gesprächen und den Erzählungen meiner Freundin habe ich drei Gruppen herausgehört, die sich auf C-Date besonders wohlfühlen. Da sind Menschen nach einer langen Beziehung, die erst einmal wieder spüren wollen, wie sich Flirten anfühlt, bevor sie an etwas Neues denken. Dann gibt es jene, die beruflich stark eingespannt sind und schlicht keinen Platz für eine Partnerschaft haben, aber auf Nähe nicht verzichten möchten. Und schliesslich Singles, die nach vielen Jahren wissen, dass sie gern allein wohnen und trotzdem gern Gesellschaft haben.
Allen gemeinsam ist, dass sie Klarheit schätzen. Und genau die bietet C-Date: Auf dieser Seite muss niemand so tun, als suche er die Liebe fürs Leben, wenn er eigentlich etwas anderes möchte. Diese Ehrlichkeit macht vieles leichter, auch das Nein-Sagen. Ich habe ein paar Mal freundlich abgesagt, und jedes Mal kam eine ebenso freundliche Antwort zurück.
Für ein erstes Treffen gilt hier, was überall gilt: ein öffentlicher Ort, ein Getränk, ein klares Zeitfenster. Wer sich danach wiedersehen will, kann das immer noch entscheiden. Meine Freundin hat sich grundsätzlich zuerst in einer Hotelbar in Zürich verabredet, «weil man dort niemanden kennt und trotzdem nicht allein ist».
Die Anmeldung ist kostenlos. Um Nachrichten zu lesen und Profile vollständig zu sehen, brauchst du eine Premium-Mitgliedschaft. Laut Testberichten ist die Nutzung für Frauen kostenlos, für Männer liegen die Preise je nach Laufzeit bei ca. 80 bis 140 Franken pro Monat. Damit ist C-Date die teuerste Seite in meinem Vergleich, was bei einer Plattform mit diesem Fokus auf Diskretion nicht überrascht. Gelegentlich gibt es Aktionen nach der Anmeldung.
Auch hier verlängert sich ein Abo automatisch, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. Die Frist steht im Bestellvorgang, schau sie dir dort genau an.
Nein. Mir wurden viele Profile zwischen 40 und 60 angezeigt.
C-Date hat eigene Apps, sowohl im App Store als auch bei Google Play. Die App ist gut gemacht und unauffällig, das Symbol verrät auf dem Startbildschirm nicht viel.
Du kannst, aber du würdest die Seite nicht so nutzen, wie sie gedacht ist. Wenn du etwas Festes suchst, bist du auf be2 oder eDarling besser aufgehoben. Aus manchem lockeren Treffen ist aber auch schon mehr geworden, sagt man.
Wenn du die Funktionen zum Verbergen deiner Fotos nutzt und keinen echten Namen angibst, ist das sehr unwahrscheinlich. Ich würde trotzdem kein Bild verwenden, das auch auf deinem Facebook-Profil steht.
Alle sieben Plattformen im Vergleich findest du in meiner Rangliste.
Ich bin Monika aus Schaffhausen und habe die grossen Partnerbörsen selbst ausprobiert. Mehr über mich